Einfuhrabwicklung aus China für KMU – kompakter Leitfaden

In diesem Artikel erfahren Sie, warum Importe aus China für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) anspruchsvoller sind, als sie wirken. China ist für viele KMU der wichtigste Beschaffungsmarkt. Doch neben günstigen Einkaufspreisen kommen komplexe Zollanforderungen hinzu. Fehler bei der Einfuhrabwicklung führen schnell zu:

Lieferverzögerungen

  • Nachforderungen durch den Zoll
  • Beschlagnahmungen
  • Bußgeldern
  • unnötigen Kosten

Dieser kurze Leitfaden zeigt Schritt für Schritt, worauf KMU bei der Einfuhr aus China achten müssen – verständlich, praxisorientiert und rechtssicher.

Schritt 1 – Zolltarifnummer korrekt bestimmen

Die Zolltarifnummer ist entscheidend für:

  • Einfuhrabgaben (Zoll + EUSt)
  • Verbote & Beschränkungen
  • CE- und Produktsicherheitsanforderungen
  • Dokumentenpflichten

Fehler in der Einreihung führen zu falschen Zollsätzen oder sogar Beschlagnahmung.

Schritt 2 – Wichtige Dokumente vom Lieferanten anfordern

Für eine reibungslose Einfuhr benötigen Sie mindestens folgende Pflichtdokumente:

  • Handelsrechnung
  • Packliste
  • Ursprungsangaben (Ursprungsland)
  • Frachtpapiere (z. B. AWB, B/L)
  • technische Datenblätter

Je nach Ware zusätzlich:

  • CE-Konformität
  • Prüfberichte
  • Zoll-Stammdaten
  • SDS (bei chemischen Stoffen)

Tipp:
Fordern Sie diese Dokumente unbedingt vor der Verschiffung an – nicht erst, wenn die Ware im Hafen steht.

Die Ware muss über das ATLAS-System angemeldet werden.
Dies kann erledigt werden durch:

Option 1: Zollagent / Spedition = Die häufigste, sicherste Variante für KMU.

Option 2: Eigenanmeldung (nicht empfehlenswert), erfordert:

  • ATLAS-Software
  • ELSTER-Zertifikat
  • Fachwissen
  • ständige Updates

In der Praxis ist das für KMU selten wirtschaftlich.

Schritt 4 – Zollabgaben und Einfuhrumsatzsteuer berechnen

Die Kosten setzen sich zusammen aus:

1.Sie betragen je nach Tarifnummer 0 % bis über 15 %, abhängig von Herkunft und Warenart

2. Die Einfuhrumsatzsteuer (EUSt) beträgt in der Regel 19 %. Unter bestimmten Bedingungen ist ein Vorsteuerabzug möglich.

3. Zusätzliche Kosten sind: 

  • Terminal Handling Charges
  • Dokumentengebühren
  • Lagerkosten
  • Sicherheitsprüfungen

Schritt 5 – Kontrolle der Ware nach der Einfuhr

Nach der Verzollung gilt folgendes zu prüfen:

  • Menge
  • Qualität
  • Konformität
  • korrekte Kennzeichnung
  • Verpackung

Besonders bei technischen Produkten ist die Prüfung entscheidend, um spätere Haftungsrisiken zu vermeiden.

Typische Fehler von KMU bei Einfuhrabwicklung von Waren aus China

  1. Unklare Warendefinition 

→ falsche Zolltarifnummer 

→ falsche Zollsätze

2. fehlende Ursprungsnachweise 

→ höhere Abgaben
→ Verzögerungen

3. fehlende CE- oder Prüfunterlagen

→ Ware wird gestoppt oder beschlagnahmt

4. „Blindes Vertrauen“ in Lieferanten

→ falsche Beschreibungen auf Rechnung
→ fehlende technische Daten
→ unvollständige Dokumente

5. keine Vorabprüfung durch Fachleute

→ Fehler fallen erst am Zoll auf 

→ teuer und vermeidbar

Vorteile professioneller Einfuhrabwicklung für KMU

  • weniger Risiko

Fehler werden früh erkannt – bevor sie Kosten verursachen.

  • eindeutige Prozessstruktur

Dokumente, Tarifierung, Meldungen → alles klar geregelt.

  • Zeitersparnis

Überlassen Sie die komplexen Schritte Experten.

  • sichere Kalkulation

Zollabgaben & Risiken sind bekannt → keine Überraschungen.

  • Compliance & Haftungssicherheit

Wichtig für KMU, die selten importieren.

Importe aus China bieten große Chancen – aber nur, wenn die Einfuhrabwicklung professionell vorbereitet wird.
Mit klaren Prozessen, korrekter Tarifierung und vollständigen Dokumenten vermeiden KMU Verzögerungen, Zusatzkosten und rechtliche Risiken.

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